Beruf

„Autisten sind Spezialisten, arbeiten fehlerfrei und viel schneller als üblich.“

Eine befriedigende Teilhabe am Arbeitsleben und am sozialen Leben der Gesellschaft ist von großer Tragweite für die persönliche Entwicklung und Zukunftsperspektive von Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS). Zudem werden nicht nur die Familien, sondern auch die Gesellschaft durch einen höchst möglichen Grad an Unabhängigkeit und Selbstständigkeit entlastet. Ausbildungs- und Arbeitsversuche scheiterten in der Vergangenheit weniger an der Motivation und der berufstypischen fachlichen Qualifikation, vielmehr an den unzureichenden sozialen Kompetenzen der Beschäftigten sowie an der damit in Verbindung stehenden Überforderung unvorbereiteter Ausbilder und Arbeitskollegen.

 

In Abhängigkeit von Ausprägungsgrad der Autismus-Spektrum-Störungen kommen geschützte Arbeitsplätze in Werkstätten für behinderte Menschen, teilgeschützte Arbeitsplätze und kompetitive Arbeitsplätze (auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt) in Frage.

 

Menschen mit autistischen Zügen fehlt es oft an Eigenschaften wie Teamfähigkeit und Belastbarkeit. Dadurch fällt es Ihnen schwer einen Job zu finden, obwohl sie meist überdurchschnittlich intelligent sind.
Man muss ihre Stärken finden, die sich meist in Form von Perfektionismus und übermäßiger Präzision äußern. Hat man sie erkannt, kann man sehr gut mit ihnen arbeiten.
Menschen mit Autismus sind zu ausserordentlichen Leistungen fähig. Sie sind ehrlich, loyal, pflichtbewusst, zuverlässig und fleissig. Damit sie ihre Leistungen erbringen können, braucht es einen Arbeitsplatz und ein Umfeld, welches Rücksicht nimmt auf die Besonderheiten autistischer Menschen, wie etwa:

  • die Auswahl geeigneter Tätigkeiten
  • die individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes
  • die Unterstützung am Arbeitsplatz durch Arbeitsbegleiter /Job Coaches
  • die Hilfestellung bei der sozialen Integration ins betriebliche Gefüge
  • die Toleranz von Vorgesetzten und Kollegen gegenüber normabweichendem Verhalten
  • die angepassten Unterweisungsmethoden
  • die Modifikation der Prüfungsrahmenbedingungen
  • die hinreichend zu gewährende Einarbeitungszeit
  • die Sicherstellung einer langfristig gewährleisteten Beratung und Unterstützung in Konflikt- und Krisensituationen.

 

Für einen Menschen aus dem Autismus-Spektrums-Bereich ist bereits das Vorstellungsgespräch die erste grosse Hürde. Das kann z.B. so aussehen:

Angst in den falschen Bus einzusteigen, Angst nicht an der richtigen Station auszusteigen, Angst das Gebäude nicht, oder nicht rechtzeitig zu finden, den Raum nicht zu finden. Angst jemanden fragen zu müssen, dessen Antworten man vielleicht nicht versteht. Angst in dem Gespräch etwas nicht richtig zu verstehen, nicht die richtige Antwort zu geben, sich etwas nicht merken zu können, einen Fragebogen ausfüllen zu müssen….